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Eigentümergemeinschaft Holzen, Icking; LKR Wolfratshausen

Die Siedlung Icking besteht aus 12 Wohnhäusern und war in den 30er-Jahren eine Musterhaussiedlung. Es besteht kein Kanalanschluss an die öffentliche Kanalisation; die Abwasserentsorgung weist einen Privatkanal DN 250 aus der damaligen Zeit auf, die das Abwasser in einer Dreikammergrube aus den 60er Jahren entsorgte. Die Abwasserentsorgung entsprach nicht mehr den gesetzlichen Auflagen. Daher musste eine Genehmigungsplanung nach Art. 17a BayWG erarbeitet werden.

Hierbei wurden auch die Hausanschlüsse, die Regenwasserentsorgung (Trennkanalisation) und auch die Ableitung und Versickerung des gereinigten Abwassers überplant.

Projektziele

  • Sanierung der Grundstücksentwässerung
  • Sanierung des Siedlungs-/Sammelkanals
  • Erneuerung der Abwasserreinigungsanlage
  • Förderung des Freistaats Bayern gem. RZKKA
  • Erneuerung der Versickerungsanlage Abwasser
  • Sanierung / Erneuerung der Regenwasserversickerung

Projektzeiträume

in 2009 bis 2011

Vorplanung, Kostenvergleichsrechnung
4 Monate

Genehmigungsplanung/Genehmigung
7 Monate

Ausführungsplanung, Vergabe
3 Monate

Ausführung
9 Monate

Projektbeschreibung

Für die Siedlung lag kein Bestandsplan vor, der die gesamte Entwässerungssituation erfasste. Zunächst war daher die Bestandsaufnahem durchzuführen. Hierzu wurde jede Gebäudeentwässerung mit einer Kanal-Schieberkamera befahren und der Leitungsverlauf und –zustand erfasst. Für den Sammelkanal wurde ebenfalls eine Kanalbefahrung durchgeführt, der Lage und Zustand erfasst hat. Die vorhandene Kleinkläranlage wurde untersucht, um entscheiden zu können, ob die vorhandene Bausubstanz noch nutzbar ist.

Nach der Bestandsaufnahme wurden verschiedene Varianten zur Sanierung der gesamten Entsorgungssituation untersucht und mit einer Kostenvergleichsrechnung hinterlegt:

–    Teil-Kanalneubauten mit Kanalsanierung und 5 neuen Kleinkläranlagen,

–    Teil-Kanalneubauten mit Kanalsanierung und 1 neue Kleinkläranlage und Ertüchtigung/Nachrüstung der alten Kleinkläranlage,

–    Teil-Kanalneubauten mit Kanalsanierung und 1 neue Kleinkläranlage

Weiterhin musste berücksichtigt werden, dass während der Umbau- und Sanierungsarbeiten keine Nutzungseinschränkungen erfolgen durften. Der Umbau war so zu bewerkstelligen, dass dennoch die Abwasserableitung und –reinigung immer gewährleistet waren.

Die Entscheidung fiel zu Gunsten der zentralen Kleinkläranlage mit einer Kapazität von 40 EW aus mit einer Zulassung des DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin) mit Nr. Z-55.61-328.

Zunächst wurden die Hausanschlüssleitungen entweder bis zum Sammler erneuet oder mit Part- oder Hausanschlusslinern mit einem Durchmesser DN 100 saniert. Sämtliche Schächte der Sammelleitung mussten entweder innen saniert (waren zum Teil gemauerte Schächte) oder auch baulich Teil-erneuert werden.

Zum neuen Standort der biologischen Kleinkläranlage wurde ein neuer Schmutzwasserkanal über 50 m auf einer Tiefe von ca. 2,2 m als DN 200 in KG 2000 verlegt. Der Ablaufkanal wurde ebenfalls erneuert und über eine Länge von ca. 15 m an einen Bestandskanal angeschlossen.

Das gereinigte Abwasser wird über einen Bestandskanal DN 100 über ca. 80 m in eine neue Versickerungsanlage von 15 m x 2 m als Verrieselungsanlage geleitet. Die Verrieselungsanlage ist als Kiespackung mit Filtervlies und zwei Drainrohren DN 150 und einem Revisionsschacht ausgebildet.

Die neue Kläranlage ist als 3-Behälteranalge aus Fertigbetonschächten mit einem Durchmesser DN 2500 ausgeführt. Die SBRplus-Kleinkläranlage SanoFix ist die konsequente Weiterentwicklung der führenden Verfahrensweisen für Kleinkläranlagen: die SBR-Technik mit integriertem Puffer und die besonders bei Unterbelastung stabil arbeitende Biofilmtechnik mit frei beweglichen Aufwuchskörpern istbei größeren Belastungsschwankungen besonders gut geeignet. Damit ist auch in der Urlaubszeit oder auch durch längere Unterlast – wie derzeit vorhanden, da die Häuser mit nur wenigen Bewohnern belegt sind – eine sehr gute Reinigungsleistung und Stabilität des Klärprozesses gegeben.

Einige Daten:

  • Rückbau/Abriss der alten Dreikammerklärgrube 4 m x 3 m und Wiederverfüllung,
  • Neue SBR-Kleinkläranlage für 40 Einwohnerwerte in Reinigungsklasse C,
  • Neuen Stromanschluss an Schalt- und Steuerkasten der Kläranlage verlegen, 18 m,
  • Neuer Schmutzwasserkanal in offener Bauweise DN 200 über 50 m,
  • Neuer Schmutzwasserkanal in offener Bauweise DN 150 über 35 m,
  • Neuer Schmutzwasserkanal in offener Bauweise DN 100 über 15 m,
  • Kanalsanierung mit Brawoliner® DN 100 über 45 m,
  • Kanalsanierung mit Brawoliner® DN 150 über 120 m,
  • Kanalsanierung mit Brawoliner® DN 250 über 75 m,
  • Diverse Part-/Kurzliner,
  • Neuverlegung im Gebäude von abgehängten Leitungen,
  • 7 Schachtsanierungen DN 1000,
  • 3 neue Abwasserschächte DN 1000,
  • Neubau einer Verrieselungsanlage 15 m x 5 m
  • Wiederherstellung der Wege und Straßen,
  • Neuen Stromanschluss an Schalt- und Steuerkasten der verlegen

Nach einem 2 monatigen, erfolgreichen Probebetrieb, bei dem im Abstand von 2 Wochen Abwasserproben im Ablauf der Kläranlage genommen wurden, wurde die Anlage den Eigentümern zum eigenen Betrieb übergeben. Gemessen wurden: CSB, NH4-N, pH-Wert, abfiltrierbare Stoffe und in dem biologischen Reaktor: Sauerstoffgehalt, Feststoffgehalt.

Die Gesamtmaßnahme konnte für rund 200.000,- Euro realisiert werden. Über den Freistaat Bayern wurde, nach der erfolgreichen Abnahme durch einen privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft, die Förderung der Maßnahme (biologische Kläranlage) beantragt und auch gewährt.

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