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Kanalsanierung in WEG mit Tiefgarage und Parkplatz

Die fünf- bis siebenstöckigen Hochhäuser liegen in einem Stadtteil der Gemeinde Ottobrunn, im Landkreis München, in dem in den 70er Jahren eine ganze Siedlung durch einen Bauträger mit Hochhäusern bebaut wurde. Die betroffene WEG Robert-Koch-/Virchowstraße mit Tiefgarage und 112 Wohneinheiten hatte 2012 eine Kanal-TV-Befahrung durchführen lassen und festgestellt, dass die Kanäle sanierungsbedürftig sind. Der zuständige Entwässerungsbetrieb, Zweckverband München Südost, Ottobrunn, hat die vertretende Hausverwaltung aufgefordert die Grundstücksentwässerungsanlage nach den Regeln der Technik sanieren zu lassen. In 2012 wurde eine Ausschreibung durch ein Büro durchgeführt, dass ein Ergebnis lieferte, dass von der Eigentümerversammlung und den Beiräten nicht akzeptiert wurde, weil es weit über den prognostizierten Kosten lag.

Mit Einschaltung des IB John Consult VBI, wurde ein neues, preiswertes Kanalsanierungskonzept erarbeitet, das im Jahr 2015 erfolgreich und zu ca. 40 % der ursprünglichen Kosten umgesetzt werden konnte. Das neue Konzept umfasste zusätzlich auch die Ertüchtigung und Neugestaltung der Regenentwässerung.

Projektziele

  • Regenwasserentsorgung nach den a. a. R. d. T., d. h. nach DWA Arbeitsblatt A 138 und Merkblatt M 153 für die Tiefgarageneinfahrt, die Dachentwässerung und den Parkplatz,
  • Sanierung der Schmutzwasserleitungen und Revisionsschächte, so dass die Anlage nach DIN 1986-30 bzw. DIN EN 1610 dicht ist und durch den ZV München Südost abgenommen wird,
  • Umgestaltung der Grundleitungen unter der Kellerbodenplatte mit Einbau von zusätzlichen Revisionsschächten, so dass der Einbau der Schlauchliner erfolgen kann und für den Unterhalt der Grundstücksentwässerungsanlage notwendige Zugänglichkeiten zur Reinigung und Inspektion des Kanalnetzes geschaffen werden,
  • Rückstausicherheit der Kellerentwässerung ohne mechanische Rückschlagklappen sondern über überflur Schmutzwasserhebeanlagen.

Projektzeiträume

in 2013 bis 2014

Vorplanung Regenentwässerungskonzept
4 Monate

Voruntersuchung, Dichtigkeitsprüfungen, Wasserverlust
3 Monate

Ausführungsplanung, Ausschreibung
3 Monate

in 2015

Eigentümerversammlung, Beschluss
1 Monat

Vergabeverhandlungen, Auftragserteilung, Bauvertrag
3 Monate

Vorarbeiten, Kellerberäumung, Lagercontainer
2 Monate

Tiefbauarbeiten, Regen- und Schmutzwasser
1 Monat

Kanalsanierung, Liner und Flüssigsanierung
1,5 Monate

Abnahme, Schlussrechnung
1 Monat

Projektbeschreibung

Die sechs Hochhauswohnblocks sind entwässerungstechnisch unterschiedlich gestaltet. Beim Dreispänner sind eine Tiefgarageneinfaht und eine Tiefgarage integriert. Ein Wohnblock steht alleine und der Doppelwohnblock ist mit einem größeren, überirdischen Parkplatz ausgestattet. Im Umgriff um die Liegenschaft sind weitere Wohnblocks errichtet, deren gemeinsame, private Schmutzwasser als 200er Leitung in die Grundstücksentwässerung integriert sind.

Die betroffene Liegenschaft weist ein Kanalnetz von rund 320 m auf, das an vier Stellen an die öffentliche Kanalisation angebunden ist. Die Zuständigkeitsgrenze ist laut Entwässerungssatzung die Grundstücksgrenze.

Das Sanierungskonzept sieht vor, die Hauptsammelleitungen und die Grundleitungen mit Schlauchlinern zu sanieren. Die Abzweige und Nebenleitungen waren mit Flüssigmaterial zu sanieren. Für die Gesamtmaßnahme wurde eine aufwendige Wasserhaltung für jedes Gebäude errichtet. Die vorlaufenden Messungen hatten gezeigt, dass die Flüssigsanierung nur mit einer vorgezogenen Verdämmung mit mineralischem Material möglich ist.

Die Waschkeller waren sämtlich mit eigenen Hebeanlagen auszustatten und die Bodenabläufe zurück zu bauen.

Im Außenbereich eines Gebäudes lag ein schwerer, durch den Baumbewuchs verursachter Schaden vor, der nur mit offener Baugrube und eine Kanalneuverlegung saniert werden konnte.

Sämtliche Sickerschächte wurden geortet, frei gelegt, gereinigt und baulich saniert, sowie mit Schachdeckeln und eine Wartungsmöglichkeit ausgestattet. Die Tiefgarageneinfahrt wurde mit einer neuen, leistungsstärkeren Entwässerungsrinne versehen und die Parkplatzentwässerung mit einem weiteren Hofsinkkasten und einem Absetzschacht – zur Reinigung des verschmutzten Regenwassers – vor der Versickerung.

Insgesamt wurden 230 m Schlauchliner DN 200/DN 150 verbaut. Die vorlaufende Verdämmung war bei rund 140 m erforderlich, so dass insgesamt über rund 160 m eine Flüssigsanierung erfolgen konnte. Fünf Revisionsschächte und neun Sickerschächte wurden saniert und ertüchtigt. In die Gebäude wurden zwei neue Schächte eingebaut.

Die Gesamtmaßnahme hat ca. 200.000,- € gekostet.

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